Die Ängste nun

07.04.2022
Uschi Overhage Luckau (Wendland), Germany
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Ich zitiere mal aus einem Nachrichtenreport: Während die Welle der Solidarität für die Flüchtenden aus der Ukraine ungebrochen ist, fühlen sich Vertriebene aus anderen Konfliktgebieten vergessen. Draussen vor dem Zelt stehen Schuhe, drinnen liegen Jacken auf den veschlissenen Matrazen, um Zudecken zu ergänzen. Man muss die Geschichte nicht weitererzählen, es ist fast immer dasselbe: Einschlagende Granaten, brennende Häuser, hastig zusammengeraffte Habseligkeiten.....dann ziehen die Flüchtenden los.....In den ersten Monaten hofften sie, bald zurückkehren zu können,aber mit den Jahren geht die Hoffnung verloren. "All die Kriege in Syrien, im Irak, im Jemen, in Libyen,....am Anfang hätte man sie noch stoppen können, aber keiner war dazu bereit" sagt Abu Khaled. Was jetzt in der Ukraine geschieht, geschah in Syrien 2011. Ein Jahrzehnt später lebt alleine im Libanon noch eineinhalb Millionen Flüchtlinge in Lagern und Notunterkünften. Wegen des grossen europäischen Krieges, sagt Khaled, seien sie nun von Geflüchteten zweiter Klasse zu Geflüchteten fünfter Klasse geworden. In den vergangenen TAgen gab es im Beeka starken Regen und sogar noch Schnee......Das Wasser kam überall ins Zelt rein, alles war kalt und nass! Wenn er es sich aussuchen könnte, meint ein anderer Syrer, wäre er jetzt lieber Ukrainer als Syrer, denn dann würde er wenigstens versorgt. Den Europäern sind andere jetzt nicht so wichtig, sie sagen: gebt erstmal den Ukainern Lebensmittelpakete, die Araber kriegen den Rest, der übrigbleibt...... Im nahen Osten wird erbittert zur Kenntnis genommen, dass bei Kriegsausbruch hunderte syrischer und irakischer Flüchtender im polnisch-belarussischen Niemandsland hängenbleiben. Vor einem Jahr kamen bei einer internationalen Geberkonferenz etwa 5,3 Milliarden Euro für Syrien zusammen. Nur ein winziger Teil davon ist bislang für die Syrer im Libanon ausgezahlt worden. Jetzt wird befürchtet, dass viele Gelder in die Ukrainehilfe fliessen. Für den Libanon, der sich sowieso in der schlimmsten Wirtschaftskrise seiner Geschichte befindet, wäre das ein Desaster, denn schon jetzt leben 90 Prozent der syrischen Geflüchteten in bitterer Armut .
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