Yasser, Kharma und ihre 7 Kinder leben in einer ehemaligen Garage. Angebaut ist ein winziger Raum, in dem der Kocher und ein Regal mit Küchenutensilien steht, dort schläft der älteste Sohn. Alle anderen schlagen in dem einen Raum. Tagsüber werden die Matrazen an der einen Wand gestapelt und die Familie sitzt auf dünnen Matten. Eine Wand wird von einem Regal eingenommen, vor dem ein Vorhang hängt. Dort werden Kleidung und die Wolldecken gestapelt. Es gibt dann noch eine Waschecke mit einer Toilette und einem Duschkopf darüber, nur durch einen Vorhang vom Garagenraum abgetrennt. Immerhin hat Kharma eine Waschmaschine, die dort steht, was bitte nötig ist, denn 4 ihrer Kinder sind traumatisiert und dadurch Bettnässer. Allerdings gibt es kaum Platz, um Wäsche aufzuhängen, denn die Garage steht eingekeilt lzwischen anderen Gebäuden. So sind rund um das kleine Gebäude Leinen gespannt. In dem Schlaft-Wohnraum sind jacken und Handtücher an Nägeln an der Wand aufgehängt.
Einzigstes Möbelstück in dem Raum ist ein kleiner Ofen, an der Wand hängt ein winziger Fernseher. Spielsachen gibt es kaum, Platz zum Spielen auch kaum. Draussen können die Kinder nicht spielen, weil die Garage direkt an einer belebten Strasse liegt.
Wir haben diese Familie häufig besucht, weil es viel zu erzählen und zu besorgen gab.
Hier die Geschichte von Yasser und Kharma:
Gefragt, ob sie ihre Geschichte erzählen möchten und einwilligen, dass die Geschichte publik wird, antworten sie sofort mit Ja und fügen hinzu, dass sich in den ganzen Jahren in denen sie im Libanon leben, noch niemand wirkllich für sie interessiert hat.
Yasser berichtet über die Situation in Syrien vor dem Krieg......schon damals gab es kaum Arbeit und er arbeitete meist im Libanon als Helfer in Landwirtschaft. Die Familie hatte in Syrien kein eigenes Land.....
Seit 100ß ging Yasser regelmässig zum Arbeiten über die Grenze..
Das Paar heiratete , als Kharma 14 war. Sie hing in allem völlig von ihrem Mann ab....alle paar Wochen brachte er Geld aus dem Libanon und kaufte dann ein, sodass Kharma kaum jemals das Haus verlassen musste. Seine Familie nur von Zeit zu Zeit zu sehen, war hart für ihn:
" Meine kinder behandelten mich, als sei ich ein Fremder"
kharma erganzt: " Unser Leben war hart, aber es war in Ordnung, nicht so wie jetzt"
Kharma berichtet::
" Am ersten Tag vom Krieg - es war gerade Ramadan und ich war um 4 Uhr morgens aufgestanden, um die Mahlzeit zuzubereiten - gab es auf einmal keinen Strom mehr. Ich sah aus dem Fenster und sah Hunderte von Soldaten. Es gab freies Land neben unserem Haus, es war auch voller Soldaten. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, ich war alleine mit 5 kindern, von denen das jüngste gerade 8 MOnate alt war. Unser Haus war weit weg vom Rest des Dorfes. Ich war völlig alleine mit den Kindern, als Schiesserein und Bombardierung begann. Alles, was ich tun konnte, war, das Baby auf dem Arm alle anderen Kinder daran zu hindern, zu schreien, damit die Soldaten nicht auf uns aufmerksam würden.. Denn dann wären sie eventuell ins Haus gekommen und hätten uns alle getötet . In diesem Moment ist mein Haar weiss geworden und es ist bis heute so geblieben."
( sie zeigte Amani und mir ihr Haar -es war schneeweiss)
" Als es Morgen war, kam ein Verwandter meines Mannes auf Schleichwegen und sagte, dass wir uns in einem unterirdischen Versteck verbergen sollten, in dem alle Dorfbewohner waren. Er half uns, dahin zu kommen.
Ich fragte, ob sie wüssten, wo meine Eltern und Geschwister seien und ich erfuhr, dass sie alle das Dorf schon verlassen hatten - so war ich völllig auf mich gestellt. Wir blieben in dem unterirdischen Versteck für einige Tage, hörten das Geräusch der Bomben und laute Schreie, bis uns mitgeteilt wurde, dass ein schmaler Pfad geöffnet werde, damit die Bürger das Dorf verlassen könnten.
Ich mahm meine 5 Kinder und wir fanden ein Auto, das uns an die Strasse bringen sollte. Wir waren in dem Auto, als wir beschossen wurden und ein Schuss in den kopf eines meiner Kinder ging.
Er blutete heftig, ich dachte, er werde sterben. Ich fing an zu weinen und zu schreien. Ein Taxi kam und nahm mich und mein Kind mit in ein Krankenhaus und die anderen Kinder liess ich bei dem Autofahrer zurück. In dem Ort gab es nur Ambulanzen, kein Krankenhaus. Dort gab es Szenen, die ich nie vergessen werde: überall Blut auf dem Boden, schreiende Menschen, kein Platz für sie. Das Taxi brachte uns weiter in einen anderen Ort, dort gab es ein Krankenhaus, jedoch nur für Soldaten. Als sie mein Kind sahen, erlaubten sie uns,einen Tag zu bleiben und mein Sohn wurde operiert.
Am nächsten Tag mussten wir das Krankenhaus verlassen und ich nahm mein noch bewusstloses Kind. Auf einmal: wurde mir klar: wo sind die anderen kinder?
Ich rief den Autofahrer an und er sagte mir, dass er sie alle mitgenommen hatte zu sich nach Hause, wo sie sicher waren.
Am nächsten Tag ging ich mit meinen Kindern zu einem anderen Ort - wir wussten nicht , wohin und wo bleiben.....So ging es weiter, inner wieder kamen wir an Checkpoints vorbei. Die Armee schlug viele Menschen schwer - an einem Checkpoint wurde ein junger Mann schrecklich zugerichtet und dann rief ein Soldat meinen ältesten Sohn, er solle zu ihm kommen.
Seit dem Tag kann mein Sohn seinen Urin nicht mehr halten.
Yasser berichtet: " Ich war im Libanon, als ich erfuhr, dass der Krieg ausgebrochen war. Ich liess alles stehen und liegen und ging über die Grenze.. Ich wollte bei meiner Familie sein, versuchen, sie in den Libanon zu bringen. Als ich bei meinem Heimatdorf ankam, durfte ich es nicht betreten. Ich war an einem Bahnhof und sah viele Menschen, aber niemand wusste etwas von meiner Familie. Ich fragte und fragte, niemand wusste etwas.
Viele Dinge passierten, viel Zeit verging, bis ich sie fand. Wir gingen zusammen auf dem Weg über die Berge in den Libanon.
Es war schwer , diesen Raum zu finden (die Familie wohnt da seit 2012) Am Anfang gab es kein Licht, kein Wasser, keinen Strom. Tageslicht kam durch ein winziges Fenster....Einen ganzen monat haben wir auf dem Boden geschlafen , ohne Matrazen und ohne Decken.
Yasser konnte bei seiner Arbeitsstelle weiterarbeiten und konnte Matrazen kaufen, Decken, einen Ofen usw., aber die Familie konnte sich keine andere Unterkunft leisten, mit mittlerweile 7 Kindern..
Yasser bekam Holz und anderes Material von einer NGO, um die Garage besser wetterfest zu machen. Die Kinder konnten bis zum Lockdown die Schule besuchen. Da sie kein Wifi haben, konnten sie danach am Online-Unterricht nicht teilnehmen.
Zusätzlich zu den bettnässenden Kindern haben 2 Kinder epileptische Anfälle. . Der Garagenraum ist feucht, daher sind alle oft erkältet.
Kharma leidet an Nervenschmerzen im Gesicht und in den Armen.
Vor 3 Jahren hatte Yasser einen Unfall, er fiel von einem Baugerüst. Seither ist er arbeitsunfähig, er hat sichtbare Behinderungen beim Gehen.
Beide Eltern und die Kinder brauchen viele Medikamente
- sie sparen beim Essen ein, um sich die Medikamente leisten zu können. Die Familie bekommt ein bischen Geld vom UNHCR, das reicht gerade, um Miete und Strom zu bezahlen.-
Der älteste Sohn ist schwer traumatisiert, er ist der einzigste, der in einer Traumatherapie ist. Er kann nicht arbeiten.
Die einzige Tochter ist diejenige , die das einzige Einkommen nach Hause bringt - sie hilft in einer Apotheke.
Wir haben diese Familie öfter besucht - bei allem, was ihnen widerfahren ist, ist sie eine beeindruckende Familie. Es ist viel Wärme bei allen aus der Familie zu spüren, obwohl sie keine Zukunftsperspektive haben, als von einem Tag auf den anderen von der Hand in den Mund zu leben.
Wir konnten der Familie durch Spendengelder mit Lebensmitteln und Medikamenten helfen sowei während einer Regenperiode mit Folie und wasserabweisender Farbe , um das Dach abzudichten.
Amani und Wael besuchen die Familie weiterhin regelmässig, um die Kinder schulisch zu unterstützen, damit sie im lockdown nicht allen Schulstoff vergessen und bringen Spiele mit, um mit der ganzen Familie zu spielen sowie Malutensilien für die Kleinen.
Beide Eltern haben kaum Schulbildung, brauchen daher Unterstützung bei Behördenangelegenheiten. Es wird versucht, für Yasser einen Minikredit lzu bekommen, damit er einen Kiosk pachten kann., denn er kann sitztende Tätigkeit verrichten. Er möchte unbedingt finanziell unabhängig sein vom UNHCR und seiner Tochter ermöglichen, aus der Rolle der Versorgerin der Familie rauszukommen.
4.331 € of 20.000 € collected
22 %
Kathrine donated 100 €
Barbara donated 100 €
Anna donated 50 €
Katharina donated 100 €
Campaign has ended
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Die Veränderungen
Uschi Overhage · 20.06.2023
Liebe Spender/innen und Leser/innen, die Betterplace-Seite lässt sich nicht so einfach auflösen, aber vielleicht ist das auch gut so.....So kann ich doch immer wieder mal Neuigkeiten mitteilen.....In der letzten Mitteilung schrieb ich ja, dass Haddak sich verändern wird...aufgrund sinkender Spenden.... Nun gibt es aber ja immer wieder neue Aktionen und auc handere Tötigkeitsbereiche, in denen ich drin bin und auch Spenden schicke/verwende..... Während der KLP wurden an einigen Stellen "Solidaritäts-Tshirts verkauft (etliche liegen auch noch hier....wer Interesse hat.....) und es sind einige Hundert Euro an Spenden eingegangen. Diese habe ich zur Unterstützung der humanitären Arbeit an der polnisch-belarussischen Grenze an eine Freundin von der "grupa granica" weitergeleitet, deren Arbeit nach wie vor extrem wichtig ist, denn das Geflüchtetenelend dort ist nach wie vor vorhanden und der Umgang mit den Menschen wird zusehens roher und die pushbacks gnadenloser - evt. weil dieser Bereich aus dem Fokus der Öffentlichkeit geraten ist??? Die Helfer dort brauchen Geld für die Vertsorgung der Menschen im Grenzbereicht mit Lebensmitteln, Medikamenten und jetzt im Sommer auch vor allem mit Trinkwasser! Auch werden immer wieder bei den pushbacks alle Habseligkkeiten weggenommen oder zerstört, sodass Kleidung nötig ist. Am Samstag ergab ein Solidaritätskonzert mit dem Pianisten Aeham Ahmad, das ich organissiert hatte, den grossartigen Betrag von 2.100 Euro - Geld , das auf den Wunsch des Pianisten an die Franziskaner in Aleppo geht, die humanitäre Hilfe bei den Erdbebenopfern in Nordsyrien leistet. Und auf jeden Fall werde ich spätestens Anfang 2024 wieder mit sovielen Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln wie möglich in den Libanon reisen und dort Ambulanzen in den diversen Camps besuchen, denn auch wenn in den Camps noch etliche Menschen Geldzuwendungen vom UNHCR erhalten (aber längst nicht alle!!!!), ist der Mangel an Medikamenten dort ein Drama und ich hatte ja schon bei meiner letzten Reise Ende letzten Jahres ca 30 Kg Medikamente , Brillen , HÖrgeräte und Wärmflaschen mitnehmen können. Für heute erstmal liebe Grüsse an alle!
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Haddak wird sich veraendern
Uschi Overhage · 17.05.2023
Liebe Spender/innen, Nach fast 2,5 Jahren wird such Haddak veraendern. Ich konnte insgesamt ueber 35.000 Euro sammeln und ins Beekatal schicken bzw auf meinen Reisen dahin Medikamente und Vitaminpraeparate mitnehmen. Einmal konnten 1000 Brillengestelle samt Glaesern mitgenommen werden und wir konnten einer ganzen Reihe alkeinerziehender Frauen Naehmaschinen kaufen. Einigen Familien konnten wir mit so grundlegenden Dingen wie Matrazen,Decken oder wassrrdichten Planen fuer undichte Dae her unterstuetzen. Wir konnten fuer einen syrischen Gefluechteten lange Zeit die Dialyse finanzieren,bis es ein Hospital der " Aerzte ohne Grenzen" in seiner Naehe gab. Drei Maennern konnten wir lebensnotwendige Ops bezahlen, eine junge Frau mit spastischer Laehmung und epileptischen Anfaellen bekommt auf Dauer ihre Medikation durch Spendengelder bezahlt. Aber seit etwa einem Jahr gibt es einen grossen Einbruch in den Spenden, ausserdem stehen die beiden Mitarbeiter Wael und Amani nicht mehr zur Verfügung, weil sie das Beekatal verlassen werden. Daher werde ich das Projekt Haddak im Beekatal, wohin ich bislang monatlich 1000 Dollar ueberwiesen habe, beenden muessen und werde diese Seite auf betterplace.me aufloesen. Ich sammele weiter Spenden,um einige besonders beduerftige Familien weiter finanziell zu unterstuetzen und um weiterhin einmal im Jahr ins Land zu reisen und Medikamente, Hörgeräte usw mitzunehnen. Das Konto DE 78 2586 3489 2404 205601 ist weiterhin ein Spendenkonto und ich freue mich,wenn Sie es weiterhin gelegentlich " fuettern ". Alles Gute und liebe Gruesse Uschi Overhage
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