Ich bin nun seit einer Woche im Beekatal, wohne bei einer sehr netten palästinensischen Familie, die jedoch kein Wort Englisch spricht....also ist Verständigung mit Gestik und Mimik gefragt.......
Das ist eine der Familien, denen es früher relativ gut ging. Sie lebt schon in der 3. Generation im Libanon, immer noch staaten - und rechtlos, aber ist bislang gut zurechtgekommen. Bis die ökonomische Krise anfing, den Libanon zu schütteln, konnte er auf dem Bau arbeiten und dort mit Überstunden relativ gut verdienen, entsprechend war der Lebensstandard recht hoch. Nun arbeitet er bei der Metallgewinnung beim Abfall und verdient 60 Dollar im Monat.
Ich habe letzten Mittwoch den Lebensmitteleinkauf für uns 6 Personen übernommen und war über die Preise schockiert. Zugegeben , ich habe ein paar "feine Sachen" gekauft wie Erdnusscreme und Instant-Kakaopulver sowie Waschpulver, Zahncreme usw sowie etliches an Obst und Gemüse, aber der Einkauf hat 35 Dollar gekostet......Damit wurde mir klar, dass es einfach unmöglich ist, mit dem jetzigen Einkommen auszukommen bei den extremen Preiserhöhungen seit letztem Jahr. Die Lebensmittelkosten sind teils um 400 % gestiegen, die Transportkosten mit dem kleinen Bus zum Beispiel von 1000 lp auf 10.000lp gestiegen, also um das 10-fache. Fleisch gibt es gar nicht mehr zu kaufen. Man erlebt also bei Familien wie dieser, dass in den Wohnungen eigentlich alles vorhanden ist, aber das macht nicht satt. Im letzten Jahr haben viele Familien noch etwas an Möbeln oder kÜchengeräten verkaufen können, um vom dem Geld zu leben, aber nun ist das nicht mehr möglich, denn niemand hat mehr das Geld, um ein Möbelstück oder Elektrogerät zu kaufen. So gibt es denn 2 Mahlzeiten am Tag mit jeweils Reis und Linsen und ich stelle fest, dass Reis mit Grünzeug und etwas Tomate und Gurke lecker ist. Kartoffeln in allen Varianten............
Das Brillenprojekt zu planen stellt sich als schwieriger raus als erwartet, denn es gibt kaum Autos zu mieten und Bezin ist, wenn überhaupt erhältlich, für hiesige Verhältnisse unerschwinglich (Ldie Preise für Mietautos auch für meine Verhältnisse: 25 Dollar pro Tag).
Wir sind dabei, nun die Route zu planen, wo wir die Sehtests anbieten werden und die Brillen"produktion".
In der Zwischenzeit besuche ich Familien, die von "Haddak" betreut werden. Das immer gleiche Schreckgespenst ist der kommende Winter! Heizstoff wird unerschwinglich sein. Es gibt in vielen Haushalten kleine Öfchen, die mit Benzin gespeist werden, aber wenn man so ein Öfchen den ganzen Tag betreiben will, kostet das pro Tag etwa 1 Dollar.
Viele Kinder müssen deshalb auch zusehen, dass sie zum Einkommen und zur Ernährungslage beitragen, zum Beispiel indem sie auf abgeernteten Feldern nachsammeln oder sonstwie aushelfen : auf dem Markt oder in Lä
den. Aber die Jobs sind rar......und selbst die Männer finden oft nicht jeden Tag was zu tun.
Allgemein ist die Stimmung, so wie ich es hörte, so , dass keiner die Hoffnung hat, dass Proteste was bringen. Die korrupte Regierungsclique sitzt fest im Sattel, die Hilbollah ist gut finanziert durch Gelder vom Iran ( das macht die Hisbollah natürlich für die arbeitslosen Schiiten interessant), Die schiitische Hisbollah ist auf der Seite des syrischen Regimes und lehnt die syrischen Flüchtlinge als "Abtrünnige" ab, die iranischen Hilfsgüter kommen ebenfalls nicht den syrischen Geflüchteten zugute und die arabischen "Bruderstaaten" halten sich raus.
Internationale Hilfsorganisationen gibt es nicht viele.
Die Armut hier ist nicht so offensichtlich wie meinethalben im Jemen oder auf Madagaskar, wo ebenfalls Hungersnöte herrschen. Aber es wird bedrohlich und irgendwann rutscht der Libanon in eine Katastrophe.
4.331 € of 20.000 € collected
22 %
Kathrine donated 100 €
Barbara donated 100 €
Anna donated 50 €
Katharina donated 100 €
Campaign has ended
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Die Veränderungen
Uschi Overhage · 20.06.2023
Liebe Spender/innen und Leser/innen, die Betterplace-Seite lässt sich nicht so einfach auflösen, aber vielleicht ist das auch gut so.....So kann ich doch immer wieder mal Neuigkeiten mitteilen.....In der letzten Mitteilung schrieb ich ja, dass Haddak sich verändern wird...aufgrund sinkender Spenden.... Nun gibt es aber ja immer wieder neue Aktionen und auc handere Tötigkeitsbereiche, in denen ich drin bin und auch Spenden schicke/verwende..... Während der KLP wurden an einigen Stellen "Solidaritäts-Tshirts verkauft (etliche liegen auch noch hier....wer Interesse hat.....) und es sind einige Hundert Euro an Spenden eingegangen. Diese habe ich zur Unterstützung der humanitären Arbeit an der polnisch-belarussischen Grenze an eine Freundin von der "grupa granica" weitergeleitet, deren Arbeit nach wie vor extrem wichtig ist, denn das Geflüchtetenelend dort ist nach wie vor vorhanden und der Umgang mit den Menschen wird zusehens roher und die pushbacks gnadenloser - evt. weil dieser Bereich aus dem Fokus der Öffentlichkeit geraten ist??? Die Helfer dort brauchen Geld für die Vertsorgung der Menschen im Grenzbereicht mit Lebensmitteln, Medikamenten und jetzt im Sommer auch vor allem mit Trinkwasser! Auch werden immer wieder bei den pushbacks alle Habseligkkeiten weggenommen oder zerstört, sodass Kleidung nötig ist. Am Samstag ergab ein Solidaritätskonzert mit dem Pianisten Aeham Ahmad, das ich organissiert hatte, den grossartigen Betrag von 2.100 Euro - Geld , das auf den Wunsch des Pianisten an die Franziskaner in Aleppo geht, die humanitäre Hilfe bei den Erdbebenopfern in Nordsyrien leistet. Und auf jeden Fall werde ich spätestens Anfang 2024 wieder mit sovielen Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln wie möglich in den Libanon reisen und dort Ambulanzen in den diversen Camps besuchen, denn auch wenn in den Camps noch etliche Menschen Geldzuwendungen vom UNHCR erhalten (aber längst nicht alle!!!!), ist der Mangel an Medikamenten dort ein Drama und ich hatte ja schon bei meiner letzten Reise Ende letzten Jahres ca 30 Kg Medikamente , Brillen , HÖrgeräte und Wärmflaschen mitnehmen können. Für heute erstmal liebe Grüsse an alle!
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Haddak wird sich veraendern
Uschi Overhage · 17.05.2023
Liebe Spender/innen, Nach fast 2,5 Jahren wird such Haddak veraendern. Ich konnte insgesamt ueber 35.000 Euro sammeln und ins Beekatal schicken bzw auf meinen Reisen dahin Medikamente und Vitaminpraeparate mitnehmen. Einmal konnten 1000 Brillengestelle samt Glaesern mitgenommen werden und wir konnten einer ganzen Reihe alkeinerziehender Frauen Naehmaschinen kaufen. Einigen Familien konnten wir mit so grundlegenden Dingen wie Matrazen,Decken oder wassrrdichten Planen fuer undichte Dae her unterstuetzen. Wir konnten fuer einen syrischen Gefluechteten lange Zeit die Dialyse finanzieren,bis es ein Hospital der " Aerzte ohne Grenzen" in seiner Naehe gab. Drei Maennern konnten wir lebensnotwendige Ops bezahlen, eine junge Frau mit spastischer Laehmung und epileptischen Anfaellen bekommt auf Dauer ihre Medikation durch Spendengelder bezahlt. Aber seit etwa einem Jahr gibt es einen grossen Einbruch in den Spenden, ausserdem stehen die beiden Mitarbeiter Wael und Amani nicht mehr zur Verfügung, weil sie das Beekatal verlassen werden. Daher werde ich das Projekt Haddak im Beekatal, wohin ich bislang monatlich 1000 Dollar ueberwiesen habe, beenden muessen und werde diese Seite auf betterplace.me aufloesen. Ich sammele weiter Spenden,um einige besonders beduerftige Familien weiter finanziell zu unterstuetzen und um weiterhin einmal im Jahr ins Land zu reisen und Medikamente, Hörgeräte usw mitzunehnen. Das Konto DE 78 2586 3489 2404 205601 ist weiterhin ein Spendenkonto und ich freue mich,wenn Sie es weiterhin gelegentlich " fuettern ". Alles Gute und liebe Gruesse Uschi Overhage
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