Katrin Kunze
Bielefeld, Germany
UPDATE 29. August 24:
Wir sind noch nicht über den Berg.
Ja, es ist oft gut was los in Stullenhausen. Viele Leute sind begeistert, und werfen uns wunderschöne Nachrichten in unseren Auf- und Anregekasten und lassen es sich bei uns gut gehen. So weit, so fantastisch!
Einige Dinge kommen aber grad ziemlich hart zusammen, und lassen uns die Ohren zum Spätsommer eng anlegen:
Da wäre zunächst das übliche Gastro-Sommerloch. Jede Gastro, die nicht gerade ein gut besuchter Ausflugs-Biergarten ist oder den 1-A-Standort in der rappelvollen Flaniermeile hat, weiss ein Lied davon zu singen. Trotz Fahrradstraße war es über die Ferienzeit manchmal auch mau im Stullen-Drinnen.
Wir kämpfen um die Qualität, mit der wir angetreten sind: Wir wollen auch in Zeiten von Inflation und Lebensmittelteuerung, der wieder zurückgehobenen Umsatzsteuer der Gastronomie und der steigenden Lohnkosten unsere Karte nicht auf Großmarktschnäppchen aufbauen, wollen nicht nur hier und da ein oder zwei Leuchtturmprodukte ausloben, sondern durchgängig hinter allem stehen können, was wir euch servieren! Das hat eben auch im Einkauf seinen Preis. Damit sich der Laden mit ungespritztem Obst und Gemüse, den tierischen Produkten aus Betrieben mit einer klaren Haltung zu gutem Biostandard und aus klimafreundlicher, regionaler Landwirtschaft, aus ethisch gehandelten Genussmitteln trägt, braucht es eben viele eurer Bestellungen und Menschen, die gern kurz auf dem Weg noch was holen oder bei uns sitzen und das ein oder andere Getränk zusätzlich genießen, das Team ehrenamtlich entlasten oder uns hier auf betterplace unterstützen.
Unser damals zum Start (für viele nicht zu umgehende Handwerkerrechnungen und Geräte) aufgenommener Kredit in Rückzahlung belastet uns weiterhin jeden Monat.
Erschwerend kommt hinzu: Unser Crowdfunding-Ziel hier - damals zu Kampagnenstart nicht zufällig gewählt - ist noch nicht erreicht, die Hälfte gerade mal angekratzt. In der Coronakrise angestartet und dann von weiteren gesamtgesellschaftlichen Ereignissen erschwert, hoffen wir jetzt auf nötigen Rückenwind, um unser Kampagnenziel doch noch zu erreichen.
Unser BäckOffice - die alte Backstube, die sich jetzt in die neue Backstube mit Gastraum und Workshopspace transformiert - frisst gerade auch viel Brot: Es rauschte gerade eine Elektrik-Rechnung rein, die sich in den Zahlen deutlich vom vorigen undeutlich formulierten Kostenvoranschlag unterscheidet. Auch der Lagerschuppen, der ab jetzt viel von dem fassen soll was in der Backstube steht, war im grellen Baustrahlerlicht und Starkregen der Neuzeit sanierungsbedürftiger als gedacht. Möbel? Gar nicht dran zu denken - ein Rest des noch eingelagerten Thumel-Inventars muss erstmal reichen. Warum wir es trotzdem grad durchziehen wollen? Zunächst weil wir mehr Kultur aus dem und im Kiez wollen, weil wir euch und euren Anliegen und Feiern mehr Raum bieten wollen - das war so und das bleibt auch so. Und letztlich ist auch das Bäck-Office im Businessplan als Ertragsfaktor mit eingerechnet.
Wir versichern euch, dass wir auf unserer Seite mit aller Kraft dazu beitragen, dass die Stulle läuft. Seit Planungsstart arbeiten über 15 Menschen kontinuierlich jede Woche rein ehrenamtlich für dieses Ziel und haben bisher weiteren bisher 18 Menschen kleine und große Anstellungen ermöglichen können.
Gemeinsam wird alles gut - wir glauben fest daran!
Eure Stullen
FRÜHERE UPDATES UNTER NEUIGKEITEN!
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Text Kampagnenstart:
Der Bäcker unseres Viertels, Eberhard Voss, starb sehr überraschend. Unser Kiez in Bielefeld verlor einen alltäglichen Anlaufpunkt, und über viele Wochen standen kleine Blumensträuße vor der Tür. Beim Blick in die leeren Schaufenster entwickelten einige engagierte Anwohner:innen die Idee, dem Laden neues Leben einzuhauchen. In einer Initiative aus dem Kiez für den Kiez könnte es gelingen, ein kleines Stück der urigen, gewachsenen Atmosphäre mitzunehmen. Durch Gespräche, Aushänge am Laden und Flyer fand sich eine bunt zusammengewürfelte Gruppe zusammen, und startete ein richtiges Herzensprojekt: Ehrenamtlich und angetrieben von viel positivem Feedback arbeiten wir nun an einem genossenschaftlich betriebenen Laden mit Café. Die HALTESTULLE soll ein kleiner „betterplace“ für unser Viertel werden. Ein Gemeinschaftsort für alle. Mit einem auf ethischem Handel basierenden Angebot aus täglich frisch und regional angeliefertem Bio-Backwerk, direkt gehandeltem Kaffee und einem eigenen „Stullenkonzept“ kann die Haltestulle ein zentraler Anlaufpunkt werden. Alltagstauglich, bodenständig, nachhaltig und einladend soll es werden.
Vieles stemmen wir aus eigener Kraft und glücklicherweise verfügen wir über fundiertes Know-How aus verschiedensten Bereichen: Die gesamte Planung, der Rückbau, die ersten Monatsmieten, Businessplan, Pressearbeit und viel mehr. Alle packen mit an, wenn es darum geht, alte Tapeten abzureißen oder Fliesen zu schrubben. Im Rahmen der „Stunde der offenen Stulle“ wird mitten auf der Baustelle informiert und für Mitglieder geworben, denn inzwischen sind wir eine „Genossenschaft“, und glauben fest daran: Zusammen können wir etwas für das Viertel bewirken, das Einzelne nicht schaffen.
Als Projekt von privaten Anwohner:innen sind wir aber zusätzlich auf eure Unterstützung angewiesen: für die dringende Beauftragung von Handwerksbetrieben, für die Gastroausstattung, für Mietkosten bis zum Start. Damit es in der HALTESTULLE demnächst nachhaltigen Kaffee, phänomenale Bio-Stullen und regionale Köstlichkeiten gibt, und die täglichen Frühstücksbrötchen gekauft werden können, zählt jeder Euro.
Bitte hilf uns, die HALTESTULLE ins Leben zu bringen!
Mehr über uns findest du auf instagram.com/haltestulle_kiezladen und www.haltestulle.de