Und wieder

Alte Mühle Bruck Bruck, Germany
05.11.2020
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Letzten Donnerstagnachmittag kam meine Tochter zu mir runter in den Stall. Sie sagte mir, dass sie schon eine Email an die Corona-Notfall-Hotline geschrieben habe. - Warum? – Da gibt es wieder ein paar neue Auflagen. Sagte sie vorsichtig. Ah, ok. Meinte ich und hatte keine Zeit. Tiger und ich hatten zu tun. Waren gerade auf dem Weg raus, mit einem Tiger-Kind. Zum Ruhe und Aufmerksamkeit suchen. Und Konzentration und Eindrücke sammeln. Wichtiges also. Keine Zeit für die Welt da draußen. Als ich am Abend dann ins Haus kam, die Hosentaschen voller spannender Momente, da überraschte mich die Welt mit einem Huh! Hatte wohl hinter der Tür gelauert und ich hatte sie nicht kommen sehen. Der Lockdown light hat uns auserwählt, mitgenommen, eingeladen – ungefragt und ungebeten. Wir sind wieder geschlossen. Alle Herbstkurse abgesagt. Wieder. Den Kindern die Ponyferien genommen. Wieder. Und wieder lauert der Nebel und will aufsteigen, alles einhüllen. Aber das möchte ich diesmal nicht. Möchte mich gewöhnen und den Glauben behalten. Dieses Mal können wir nicht anbieten, die stornierten Kurstage nachzuholen in diesem Jahr. Dieses Mal werden wir die Gebühren der stornierten Kurse, die noch nachgeholt werden wollten, zurück überweisen. Jetzt müssen wir sehen, was tatsächlich noch da ist. Müssen sehen, was wie lange noch möglich ist. Konnten wir den Sommer über genug aufholen, was im Frühjahr verloren ging, um über den Winter zu kommen? Wir haben noch von euren Spenden. Gut unter dem Kopfkissen versteckt (oder so ähnlich ;-). Jetzt gilt es, den aktuell tatsächlichen betriebswirtschaftlichen Status 2020 festzumachen. Alle Außenstände der Warteschleifen-Kursgebühren auszugleichen um zu wissen, was real da ist, was real möglich ist. Und was nicht. Wieder ist unser Hof geschlossen. Trotz gutem Hygienekonzept, trotz Outdooraktivität und keinerlei Hinweise auf Infektionen in Bezug auf unseren Hof. Wir fallen unter die 75% Kontaktvermeidung, die als möglicher Weg zur Eindämmung des Infektionsverlaufes von der Wissenschaft ausgemacht wurden. Nun ist es, wie es ist. Und natürlich werden auch wir weiterhin unseren bestmöglichen Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten. Denn das ist es doch, was wir in all der Zeit nicht verlieren sollten: das Bewusstsein, das wir eine Gemeinschaft sind, eine Gemeinschaft aus Menschen, Tieren und Natur. Ein Schelm, der diesem Lockdown den Beinamen `light´ gegeben hat.

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