News
-
Womit ich überhaupt nicht gerechnet habe
Nathalie Heuer · 16.08.2026Langsam fühlt es sich nach Routine an. Aufstehen, Nachrichten checken, schauen, was auf der Bedarfsliste unserer Sammelstelle steht, und dann los. In unserer WhatsApp-Gruppe stimmen wir morgens ab, wann es losgeht.Eine Sache, die man als Deutsche hier immer wieder lernen muss, ist Geduld. Uhrzeiten werden nicht ganz so ernst genommen, und was heute nicht fertig wird, wird eben morgen fertig. Entsprechend hat sich die Abfahrt auch gestern verschoben.Fahren durften wir wegen Pico y Placa wieder nicht, also mussten wir abgeholt werden. Alex ist diesmal zu Hause geblieben, damit meine Mutter nicht allein ist. Die beiden hatten dafür einen Auftrag: alles vorbereiten. Wir wollten die Mahlzeitenpakete diesmal selbst bei uns zu Hause packen und fertig zusammengestellt zur Sammelstelle bringen.Als ich dann allein ins Auto gestiegen bin, waren die drei etwas irritiert und haben sofort nach Alex gefragt. Ich habe die Lage erklärt, da fuhren wir schon los.Fünf Minuten. Aber deutsche fünf Minuten?Der Plan war klar: einkaufen, zur Sammelstelle, abgeben. Sebastian hatte allerdings noch etwas vor. Er wollte vorher zwei Zelte abgeben und ein Spendenzertifikat abholen. Also erst einmal zum „Viva“.Kurz zur Einordnung, was das „Viva“ ist: Viva al Máximo ist eigentlich ein Sportstudio hier in Cali, spezialisiert auf Laufen, Schwimmen, Triathlon und Trail. Nach dem Beben haben die Betreiber ihre Räume kurzerhand zu einer Sammelstelle gemacht, komplett privat organisiert. Dahinter steht ein großes Netzwerk aus Menschen, die einfach helfen wollen. LKWs, große Pick-ups, die Halle, die Mitglieder, alles wird zur Verfügung gestellt. Genau so etwas beeindruckt mich hier gerade am meisten. Wer sehen will, was dort läuft: @vivalmaximo auf Instagram.Ich wollte im Auto sitzen bleiben, damit es schneller weitergeht. Sebastian bestand darauf, dass ich mitkomme, und versprach, es dauere wirklich nicht länger als fünf Minuten. Meine Gegenfrage: „Wir reden aber von deutschen Minuten, oder?“Ich bin also mit rein, habe die Zelte abgegeben und bin sofort wieder raus. Dann stand ich mit Manuela draußen und wartete. Als die fünf Minuten deutlich überschritten waren, bin ich noch einmal rein, um Sebastian zu suchen. Nicht zu finden. Also wieder raus und angerufen. Er ging nicht ran, stand aber plötzlich vor mir und bat mich, kurz mitzukommen, ich müsse noch einen Spendennachweis unterschreiben.Und dann...Drinnen zog er mich zu sich. In der Hand hatte er ein Megafon. Und fing an zu sprechen: „Hallo ihr Lieben, das ist Nathalie! Sie kommt aus Deutschland und hat zusammen mit ihrem Mann ganz viel Geld gesammelt und möglich gemacht, dass wir hier so vieles von dem spenden konnten, was gebraucht wird.“Mein erster Gedanke: Was macht er denn da? Ich wollte doch nur einen Zettel unterschreiben.Dann kam der Verantwortliche der Sammelstelle mit einer kolumbianischen Flagge auf mich zu, hat sie mir umgehängt, mich in den Arm genommen und sich bedankt. Spätestens da war mir klar, dass das alles vorbereitet war. Herausgebracht habe ich immer wieder nur „Danke“, ich war einfach überwältigt.Ich habe ein Armband bekommen, alle haben geklatscht, und einige kamen danach noch zu mir, um sich persönlich zu bedanken. Es gab Kuchen und Eis, und ich habe mich eine Weile mit den Leuten dort unterhalten.Das war ein unglaublich schönes Gefühl. Und es ist einzig und allein euer Verdienst. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie stolz und glücklich es mich macht, zu sehen, was hier in wenigen Tagen gemeinsam entstanden ist. Ehrlich gesagt habe ich immer noch das Gefühl, dass das alles gerade nicht wirklich passiert. Seit Montag ist hier nichts mehr so, wie es war.Zurück an die ArbeitDanach ging es weiter mit der aktuellen Liste. Wir haben einen neuen Supermarkt gefunden, in dem wir größere Mengen bekommen. In den Läden der letzten Tage sind viele Dinge inzwischen einfach nicht mehr vorrätig.Mit vollem Kofferraum sind wir zu mir nach Hause gefahren und haben dort eine kleine Packstation aufgebaut. Meine Mama, meine Cousinen, Sebastian, Alex und ich haben gemeinsam die Lebensmittelpakete zusammengestellt. Das war ein richtig schöner Abend, und meine Mama war überglücklich, dass sie auch mit anpacken konnte.Und sonstEs hat uns erwischt. Drei von uns haben leichte Erkältungs- oder Grippesymptome. Unser Spruch dagegen lautet: Mögen unsere Abwehrkräfte stärker sein als die Bakterien. Die Energie brauchen wir noch, hier soll bis zur Rückreise ja noch einiges passieren. Heute passiert deshalb nicht viel, außer die gepackten Einkäufe abzugeben. Wir wollen uns ausruhen.Ich hoffe, ich nehme euch mit diesen Texten gut mit durch unseren Alltag hier und ihr habt Freude daran, dabei zu sein. Darf man das überhaupt Freude nennen? Anteilnahme trifft es vermutlich besser.Bis bald, NathalieMore → -
Die Ausgabenliste ist online
Nathalie Heuer · 16.08.2026Ich hatte es angekündigt, jetzt steht sie: Ab sofort könnt ihr jederzeit nachlesen, wofür eure Spenden verwendet wurden.https://erdbebenhilfe-kolumbien.de/Dort findet ihr eine vollständige Aufstellung aller Einkäufe. Vom Werkzeug für die Rettungsteams über Lebensmittel und Hygieneartikel bis zu den Bestellungen aus der Apotheke. Ihr seht, was gekauft wurde, was es gekostet hat und in welche Kategorie es fällt.Zwei Dinge, die mir dabei wichtig sind:Alle Beträge stehen in kolumbianischen Pesos, so wie sie hier tatsächlich bezahlt wurden. Die Euro-Angaben daneben sind eine reine Umrechnungshilfe, damit ihr die Größenordnung einordnen könnt. Je nach Tageskurs und Gebühren beim Geldtransfer kann das abweichen.Außerdem weisen wir aus, wie viel durch Rabatte gespart wurde. Der Apothekerin, dem Baumarkt und dem Supermarkt hier vor Ort ist es wichtig, Teil dieser Aktion zu sein, und das schlägt sich in den Preisen nieder. Für euch heißt das: Eure Spende bewirkt hier mehr, als der Betrag allein vermuten lässt.Die Liste wird etwa alle 24 Stunden aktualisiert. Die nächste Aktualisierung kommt noch heute, im Laufe der nächsten Stunden.Speichert euch den Link am besten ab. Und wenn ihr Fragen zu einzelnen Positionen habt, meldet euch jederzeit bei mir.Danke, dass ihr helft.NathalieMore → -
Was ein Erdbeben alles nach sich zieht
Nathalie Heuer · 15.08.2026Wir sind gestern Morgen wieder mit den Gedanken bei den vielen Opfern aufgewacht und haben darüber gesprochen. Dabei sind wir auf ein Thema gekommen, das mich seitdem nicht mehr loslässt: der verlorene Wohnraum und alles, was daran hängt.Die Stadt prüft gerade Haus für Haus, welche Gebäude überhaupt noch bewohnbar sind. Der aktuellste offizielle Stand, von gestern Abend: In Cali sind 46 Gebäude vollständig eingestürzt, 35 teilweise. 1.408 weitere haben strukturelle Schäden, und für 533 davon liegt inzwischen eine Räumungsanordnung vor. Wie schnell das wächst, sieht man daran: Vorgestern waren es noch 18 Gebäude, die geräumt werden mussten. Man muss dazu wissen, dass hier sehr viele Menschen in Hochhäusern wohnen. Hinter jeder dieser Zahlen steht also nicht eine Familie, sondern oft ein ganzes Haus voller Familien.In unserem direkten Umfeld spüren wir das jeden Tag. Familien rücken zusammen und nehmen Angehörige und Freunde bei sich auf. Die Handys klingeln ständig, weil jemand nach einer freien Wohnung oder einem freien Haus fragt.In unserem Wohnkomplex standen zwei Häuser leer, schon seit Monaten inseriert. Bis vorgestern. Die Tochter eines Cousins meiner Mutter sucht gerade händeringend eine Unterkunft, sie ist mit ihren zwei Kindern bei ihrem Onkel untergekommen. Wir haben sofort an die beiden Häuser gedacht und wollten vermitteln. Falsch gedacht, die sind natürlich längst vergeben.Das macht mich nachdenklich, denn genau solche Situationen lassen sich mit Spenden leider nicht lösen. Die Folgen eines Erdbebens reichen so viel weiter, als man von außen denkt.Noch ein Beispiel: Unsere Haushaltshilfe hat eine Tante, die ausschließlich für Familien arbeitet, die jetzt ihre Wohnungen verloren haben. Für sie gibt es damit von einem Tag auf den anderen keine Arbeit mehr. Wo niemand mehr in den eigenen vier Wänden wohnt, gibt es auch keinen Haushalt zu führen.Je mehr Gespräche wir führen, desto deutlicher wird, wie weit diese Tragweite reicht. Fast unvorstellbar und doch vollkommen logisch.Wir werden effektiverMit euren Spenden machen wir trotzdem weiter. Gestern haben wir wieder mehrere größere Einkäufe erledigt und beim „Centro de Acopio“, das wir inzwischen gut kennen, abgegeben.Dabei lernen wir jeden Tag dazu. Bei unserer Apothekerin rufen wir jetzt vorher an, geben die Liste durch und bitten sie, alles schon nach Kategorien zu packen und zu beschriften. Das macht das Weiterverteilen an der Sammelstelle deutlich einfacher. Und bei Christian, der uns die Prozente gibt, lassen wir die Sachen zusammensuchen, während wir schon im nächsten Laden weitereinkaufen.Zwischen zwei Stationen, im Auto, lesen wir die Nachrichten. In Indonesien hat ein Beben die Insel Flores getroffen, mit 7,7 sogar noch etwas stärker als unseres hier mit 7,4. In Spanien hat es Granada erwischt, dort zum Glück schwächer. In solchen Momenten wird mir wieder mulmig und ich fühle mich zurückversetzt an Montag. Aber wir machen weiter.Als wir die Spenden abgegeben haben, haben wir beim Verpacken wieder mit angepackt.Und danach haben wir uns einen Maiskolben vom Grill und ein Bier auf einem öffentlichen Platz gegönnt und einfach mal gelacht. Das muss auch mal sein.Wie es mir gehtHeute geht es mir ehrlich gesagt nicht so gut. Ich glaube, ich werde krank, und ich bin erschöpft. Mal sehen, was der Tag noch bringt und was wir heute schaffen.DankeIhr habt das Fünfeinhalbfache von dem möglich gemacht, was ich mir erhofft hatte. Geplant waren 1.000 Euro, inzwischen sind wir bei 5.500. Ich kann euch kaum beschreiben, was das hier bedeutet.Danke auch an meine Cousinen Isabela und Manuela und an Sebastian. Ohne die drei hätten wir das nie so auf die Beine gestellt. Sie kennen sich hier bestens aus und wollten von Anfang an mit anpacken und etwas bewegen. Und danke an meine Mama, die uns ihr Auto und das Benzin zur Verfügung stellt. Noch wertvoller ist aber etwas anderes: Sie gibt die gemeinsame Zeit her, die wir eigentlich miteinander hätten.Am Mittwoch geht es schon zurück nach Deutschland. Wenn ich daran denke, werde ich ziemlich traurig. Die Zeit ist mal wieder viel zu schnell vergangen. Umso mehr freue ich mich, dass wir hier so viel bewirken konnten.Bis ganz bald, NathaliePS: Wir arbeiten daran euch bald die Liste zur verfügung zu stellen. Dazu werde ich dann einen gesonderten Post veröffentlichen.More → -
Kurzes Update: Organisieren statt viel fahren
Nathalie Heuer · 14.08.2026Gestern lief bei uns weniger auf der Straße und mehr am Schreibtisch. In Cali gilt "Pico y Placa" eine Regelung, die je nach Nummernschild festlegt, wer an welchem Tag fahren darf, damit die Straßen nicht überlaufen. Gestern war Mamas Auto dran, also blieb es stehen.Wir haben unsere Kontakte spielen lassen. Dabei sind wir auf eine Apothekerin gestoßen, die uns größere Mengen liefern kann und uns dafür richtig gute Preise macht, teilweise bis zu 50 Prozent günstiger. Sie wollte selbst Teil der Aktion sein.Los konnten wir aber erst am Abend mit dem Auto von Sebastian, den Freund von Isabela (meine Cousine). Dafür gab es zwei Gründe. Zum einen wurde tagsüber die Wohnung von ihm von einem "Ingeniero" geprüft, einem Bauingenieur. Sebastian war die ganze Zeit dabei und hat eine Menge über Statik und Bauten von Hochhäusern gelernt. Die gute Nachricht: Die beiden dürfen wieder zurück in ihre Wohnung. Es wird aber noch etwas dauern. Die Prüfung des Gebäudes, in dem meine andere Cousine wohnt mit ihrer Mutter, steht noch aus und dort sieht es eher schlecht aus. Das Treppenhaus ist so beschädigt dass man dort keine schweren Gegenstände rausholen darf. Möbel etc. müssen also dort verbleiben.Zum anderen haben meine Cousinen bis in den Nachmittag hinein gearbeitet und die Bestellungen aus ihrem Onlineshop verpackt und verschickt. Auch das gehört dazu. Das Leben muss hier Stück für Stück wieder in den Alltag zurückfinden.Am Abend sind wir dann gemeinsam zur Apotheke gefahren und sind mit der Apothekerin die Bedarfslisten durchgegangen und haben die Bestellungen anschließend geprüft, durchgezählt und verpackt.Die Kisten stehen jetzt bei uns zu Hause in einem Klimatisierten Raum. Heute Nachmittag fahren wir los, bringen diesen Teil der Spenden weg und entscheiden dann vor Ort, wo wir weiter anpacken. Inzwischen gibt es sogar eine Seite, auf der man live verfolgen kann, wo die Hilfe gerade am dringendsten gebraucht wird.Für das Wochenende haben wir auch schon Ideen, wo und wie wir helfen können. Das organisieren wir gerade noch im Hintergrund, und ich werde konkreter, sobald es wirklich feststeht.Ich bin gerade dabei eine Seite aufzubauen wo ihr tagesaktuell nachlesen könnt, was wir eingekauft und was wir dafür ausgegeben haben. Aktualisieren lässt sich die Liste dank KI schnell, es fehlt nur noch der Platz im Netz, da sind wir aber grad schon dran und haben jemanden gefunden der uns dabei helfen wird.Zum Schluss noch etwas Persönliches: Ich bin noch eine Woche hier in Cali. Ich möchte in dieser Zeit natürlich so viel wie möglich schaffen, gleichzeitig bin ich aber auch hier, um Zeit mit meiner Mutter zu verbringen. Diesen Spagat hinzubekommen, fällt mir gerade nicht ganz leicht. Aber das kriegen wir hin :)Ich schicke euch eine warme kolumbianische Umarmung! Danke für euren Support und auch für die bisherigen Rückmeldungen zu der Aktion. Das gibt uns Kraft und Energie um weiter zu machen.NathaliePS: Bisher haben wir ca. 2.200 € ausgegeben. Am Wochenende wollen wir die Karte nochmal richtig glühen lassen ;)More → -
Gestern ist euer Geld zu etwas Konkretem geworden
Nathalie Heuer · 13.08.2026Ich schreibe diesen Text am Abend, mit staubigen Schuhen und einem Handy voller Fotos. Der erste Tag ist vorbei, und ich möchte euch mitnehmen, was daraus geworden ist.Wenn ich „wir“ schreibe, meine ich meine Cousinen, den Freund einer von ihnen, meinen Mann und mich. Wir waren den ganzen Tag zusammen unterwegs.Der erste EinkaufAngefangen haben wir mit den aktuellen Bedarfslisten. Ganz oben standen die Rettungsteams, also sind wir zuerst in eine Ferretería gefahren, einen kleinen Laden der als Baumarkt gilt. Zuerst Schutzausrüstung: Helme, Schutzbrillen, Arbeitshandschuhe. Dann Dinge, an die man von außen gar nicht denkt: Diamant-Trennscheiben, um sich durch Beton zu arbeiten, Metall-Trennscheiben für die Stahlträger, und Seile. Werkzeug, mit dem sich die Teams überhaupt erst einen Weg zu den Verschütteten bahnen können. Als der Besitzer verstanden hat, wofür der ganze Wagen ist, hat er uns spontan Rabatt gegeben. Er meinte, er finde es großartig, dass sich gerade so viele einsetzen, und dass ein Teil des Geldes sogar aus dem Ausland kommt.Danach ging es in den Supermarkt: Lebensmittel und Hygieneartikel, so viel wie in den Wagen passte.Mitten im GeschehenÜber Kontakte sind wir an eine kleinere Sammelstelle gekommen, die LKWs in die abgelegenen Dörfer schickt. In Cali selbst ist inzwischen so viel zusammengekommen, dass die Stadt erst einmal gut versorgt ist. Ein schönes Zeichen dafür, wie viele hier mit anpacken. Jetzt geht es um die Dörfer im Umland, wo bisher noch kaum Hilfe angekommen ist.Dort angekommen wollten wir eigentlich nur abladen. Ein paar Minuten später standen wir mitten in einer Menschenkette, die die Ladung in den LKW brachte. Danach saßen wir auf dem Boden und haben sortiert: Material hierhin, Lebensmittel dorthin, Hygiene in die nächste Kiste. Ständig kam jemand vorbei und sagte uns, wo gerade Hände fehlen.Ich war beeindruckt, mit welcher Selbstverständlichkeit die Caleños hier anpacken. Und sie haben sich riesig über die Spenden gefreut. Dass Hilfe direkt aus Deutschland kommt, war für viele ein Highlight.Als der LKW beladen war, dachten wir, die Arbeit sei erledigt. Dann rief einer der Koordinatoren in den Raum: „Holt eure Handys raus und postet die aktuelle Liste. Überschwemmt die sozialen Medien, denn wir machen weiter!“ An der Tafel hing schon der neue Bedarf, und alle zückten gleichzeitig ihre Handys, um ihn abzufotografieren.Uns war bis dahin gar nicht klar, dass an diesem Tag noch weitere LKWs kommen würden. In der Zeit, bis der nächste eintraf und mehr Spenden gebracht wurden, wurden wir mit Pizza und Getränken versorgtEin ZwischenstoppBevor es zum nächsten Einkauf ging, sind wir noch bei meiner Cousine vorbeigefahren, um ein paar Dinge abzuholen. Dort habe ich zum ersten Mal mit eigenen Augen gesehen, was das Beben in ihrem Gebäude angerichtet hat. Ganze Außenwände sind abgefallen, die Überdachung der Parkplätze ist eingestürzt.Wir sind die Treppen hochgegangen und dabei an den Wohnungen der Nachbarn vorbeigekommen. Überall standen Menschen zwischen ihren Sachen und räumten zusammen, was noch zu retten war. Die Traurigkeit stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Eine Stimmung, die schwer zu beschreiben ist und die man nicht so schnell wieder loswird.Runde zweiMit der aktualisierten Liste in der Hand ging es zurück in den Supermarkt. Diesmal Deos, Zahnbürsten und Hygieneartikel, danach in die Apotheke, um den Rest der Liste abzuarbeiten. Immer wieder blieben Leute stehen, wenn sie unsere vollen Wagen gesehen haben, und haben sich bedankt. Was uns auch berührt hat: Manche Regale waren schon halb leergeräumt. Wir sind hier bei Weitem nicht die Einzigen. Die Hilfsbereitschaft ist überall zu spüren, und das tut gerade sehr gut.Runde dreiDie nächste Ladung haben wir wieder vorbeigebracht. Zwei von uns sind an der Sammelstelle geblieben und haben beim Verpacken geholfen, der Rest ist losgezogen um die aktuellen Bedarfe zu decken. Im Supermarkt fiel schnell auf, wofür wir einkaufen, und wir wurden gebeten, kurz zum Filialleiter zu kommen. Ein kurzes Gespräch, dann hat er uns in seine Lagerhalle mitgenommen, damit wir dort direkt große Gebinde kaufen können. Zu besseren Preisen, weil er die Aktion unterstützen wollte.DankeEin langer, anstrengender Tag ist vorbei, und ich bin einfach nur dankbar. Für jede einzelne Spende, für jede geteilte Nachricht, für jede Nachricht mit „ich denk an euch“. Nichts davon wäre ohne euch passiert.Danke, dass ihr das für mich und für tausende Kolumbianerinnen und Kolumbianer möglich gemacht habt.Unidos siempre somos más fuertes.NathalieMore →
5.500 € of 1.000 € collected
100 %
Björn donated 52 €
Dorit donated 25 €
Miriam donated 30 €
Petra donated 20 €
Petra donated 30 €