Wir brauchen akut Spenden für einen Prozess gegen die Stadt, der für Ende März 2026 angesetzt werden soll, vor drei Richtern und zwei Schöffen, es geht um Baurecht. Trotz zahlreicher Widersprüche hält die Stadt daran fest, dass hier Außenbereich sei, und erklärt damit, dass eine Legalisierung nicht möglich sei. Wir haben viele Argumente auf unserer Seite, die für Innenbereich sprechen, offenkundige Widersprüche. Es steht 50:50, ob ein Gericht es als Innenbereich erklärt, wir müssen also gut vorbereitet sein. Dafür benötigt unser Anwalt Vorbereitungszeit, er arbeitet bereits zu solidarischen Sätzen aber nicht für umsonst. Daher unsere Bitte um Spenden. Bislang hat uns der Legalisierungsprozess bereits über 7000€ gekostet. Für diesen Prozess benötigen wir nochmal mindestens 3000€, vielleicht auch das Doppelte.
Seit 2020 gibt es den Platz. Im September 2025 mussten wir ihn räumen. Ohne Alternative. Nutzungsuntersagung durch die Stadt mit Androhung von Strafgeldern und Zwangserbringungshaft. Zuvor Versagung einer Baugenehmigung, zu der wir genötigt wurden. Teils gibt es begrenzte Zwischenlösungen, teils ist nun der Wohnraum auf den Straßenrand verlagert. Mitsamt Kindern. Wir kämpfen weiter. Das Grundstück ist gekauft und total geeignet als Wagenplatz.
Auch die Kommunalwahlen stehen vor der Tür. 15. März 2026! Wir werden das Thema forcieren. Mit Unterstützung eines Kollektivs aus Leipzig, bestehend aus einem Anwalt, einem Stadtplaner und einer Architektin, spezialisiert auf die Legalisierung von Wagenplätzen bundesweit. In einem Gespräch mit der Stadt im Dezember, um die Möglichkeiten der Legalisierung darzulegen, eröffnete uns die Stadt, dass sie das Grundstück, derzeit Gemischte Baufläche (für Wohn-/Gewerbe-Mischbebauung), in Grünland umwandeln werden, damit dort nichts mehr geht. Totale Entwertung. Höchste Eskalationsstufe.
Schade: Selbst im Außenbereich gäbe es Möglichkeiten. Der „Bauturbo“ ermöglicht seit Oktober sogar im Außenbereich „Wohnbebauung“, sofern der Außenbereich an den Innenbereich angrenzt. Dies ist hier der Fall , und als "Wohnbebauung" werden die Bauwagen gleichermaßen wie Häuser angesehen. Die Stadt könnte also sogar ihr Gesicht wahren. Neue Gesetze - nun gehts auch im Außenbereich!! Das ließe sich doch verkaufen, den Willen vorausgesetzt. Nein, in Kassel keine Option, wir müssen uns vor Gericht einer Lösung entgegenstreiten, statt im Dialog!
Wir brauchen also Geld. Als gemeinnütziger Verein können wir auch Spendenquittungen ausstellen.
Konto:
Wagenkuppe eV
DE56 5205 0353 0011 8693 08
Kasseler Sparkasse, HELADEF1KAS
*** Hier die Geschichte *** Hier die Geschichte ***
Gekauft, nachdem die Erschließung für Wasser, Strom, Abwasser und Internet bewilligt wurde – bewilligt durch die Stadt. Im Antrag stand alles drin, was wir dort machen wollen. In Bau- und Circuswagen leben, Gewerbe betreiben, naturnah und nachhaltig in einer Gemeinschaft wohnen. Ein Jahr später erklärt das Bauamt, dass alles, was wir dort tun, illegal sei. Wir hätten dort auch keine Meldeadressen bekommen dürfen.
Nur damit wir uns recht verstehen:
Festhalten tut sich das Bauamt am angeblichen Außenbereich von 1974, aber neben unserer Erschließung wurde in 1996 und 1998 direkt nebenan eine Tennishalle und eine Lagerhalle errichtet - weil man davon ausging, dass das eigentlich dem Innenbereich zuzuordnen sei.
Die weitere Argumentation der Stadt gegen die Bauwagen aus einem Bescheid: „Zudem verunstalteten sie aufgrund ihrer wesensfremden Nutzung (dauerhaftes bzw. ferienhausähnliches Wohnen sowie Gewerbeausübung) das Natur- und Landschaftsbild“ . Dabei handelt es sich nicht nur um ein Gewerbegrundstück lt. Grundbucheintrag sondern auch um „gemischte Baufläche“ (also für Gewerbe-/Wohnbebauung) nach dem Flächennutzungsplan der Stadt. Da sollte man meinen, man dürfe dort Gewerbe betreiben, man dürfe dort wohnen und man dürfe dort bauen. Immerhin konnten wir uns auch dort melden, aber dem wurde ein Riegel vorgeschoben. Sperre.
Vorteile sieht die Baubehörde in der Bauwagensiedlung keine: „Der Entstehung einer derartigen negativen Vorbildwirkung ist vorzubeugen.
Mal ein paar Fakten:
- Eingetragen als Gewerbegrundstück
- 2/3 der Fläche im Flächennutzungsplan als gemischte Baufläche ausgewiesen
- Erschließung im Januar 2020 bewilligt (explizit beantragt für die Aufstellung eines Badewagens und für gemeinschaftliches Wohnen und Gewerbeausübung)
- Kauf am 27.2.2020; Bezahlung am 31.3.2020, Grundstücksübergabe am 1.4.2020
- Erste Wagen und Bewohner*innen kamen im Sommer 2020
- Erschließung abgeschlossen Dezember 2020
- Aufwändige Entmüllung in 2020-2023 (30m³ wild entsorgter Sperrmüll, 23m³ asbesthaltige Bruchstücke, 2,4t Altreifen, 4 Schrottautos, ca. 250 Stoßstangen, ... nachweisbar)
- 2020 Anlage eines Krötenteiches, dazu 45m³ Erdreich entsorgt
- Entsiegelung von ca. 120-150m²
- Nachbargrundstücke: Gewerbegrundstücke im Außenbereich; Wurden bebaut als arrondierter Innenbereich (1996 Tennishalle, 1998 Lagerhalle der Feuerwehr)
- Bis Herbst 2024 konnten wir uns hier melden, dann eine Sperre durchs Bauamt
- Auf dem Grundstück waren vier Gewerbetreibende (Tischlermeister, Zimmerermeister, Garten- & Landschaftsbau, Circuswagen-Welt: An-/Verkauf von Schaustellerfahrzeugen, Eventplanungen, Baustoffhandel für Wagenbau, ...), drei Gewerbe waren hier gemeldet.
Das Bauamt nötigte uns in 2021 dazu, einen Bauantrag für die bewohnten Bauwagen zu stellen, dieser wurde abgelehnt, der Widerspruch ebenso, so sind wir seit Dezember 2023 in der Klage. Um die offensichtlichen Widersprüche aufzuklären. Zu Gesprächen war die Stadt bislang nicht bereit, wir hätten lieber einen Dialog als eine juristische Auseinandersetzung. Das Bauamt wollte nicht einmal den Ausgang der Klage abwarten und erließ im Februar 2025 eine Nutzungsuntersagung, mit „Sofortvollzug“. Gegen diesen Sofortvollzug sind wir vorgegangen, wir beantragten eine einstweilige Verfügung, um auf den Ausgang der Klage zu warten. Damit unterlagen wir allerdings vor dem Verwaltungsgericht und dann auch vor dem Verwaltungsgerichtshof, dem höchsten Gericht Hessens. So mussten wir nun weg (September 2025), die Klage läuft aber weiterhin. Und weiterhin wollen wir Gespräche mit der Stadt. Denn es kann nicht sein, dass es in Kassel, einer Stadt, die sich „Kultur“ auf die Fahne schreibt, nicht mal einen Ort für mobile Wohnformen gibt – nachhaltig, unversiegelt, ökologisch sinnvoll. Es kann nicht sein, dass nunmehr Wagenbewohner mit Kindern am Straßenrand wohnen. Seit 1982 gibt es Wagenplätze in Kassel, bis heute keinen legalen, nun mussten wir gehen, und auch der letzte muss gehen. Wir wehren uns!
Wir kämpfen weiter.
Für Rückfragen: [email protected]
Wer mehr wissen will, einfach anfragen. Und hier ist ein Artikel, der einen guten Einblick in die Hintergründe gibt und auch die Geschichte der Wagenplätze seit 1982 beleuchtet.
https://mittendrin-kassel.de/der-wagenplatz-wagenkuppe-unter-druck/