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Aktuelle Situation im Libanon
Uschi Overhage · 09.04.2021Die WHO veröffentlichte heute einen Bericht, in dem die Pandemiesituation im nahen Osten als sehr bedrohlich angesehen wird. Extrem zugespitzt ist die Situation im Irak, im Jemen und im Libanon. Für Syrien liegen keine genauen Informationen vor. In Familien, die von "Haddak" unterstützt werden, kam es zu Krankheitsfällen. Eine Isolierung ist immer unmöglich, z.B. wenn eine Person in einer Familie , die zu 9 Menschen in einer Garage wohnen, positiv ist. Wir versuchen, die Menschen mit Aspirin gegen Kopfschmerz und Fieber zu versorgen und mit nahrhaften Lebensmitteln. Der Staat ist so verschuldet, dass die Stromversorgung nicht mehr gewährleistet ist. Selbst in Beirut kommt es bisweilen zu täglich 2-3 Stromausfällen für jeweils 6 Stunden..... Obwohl propagiert wird, dass Syrer zurückkehren könnten, ist dies keine Perspektive. Man schätzt, dass das Land 15 Jahre für den Wiederaufbau braucht. Wer als Regimegegner oder Wehrdienstverweigerer geflohen ist oder als Regimegegner gilt, weil er aus einer Gegend stammt, die gegen das Assad-Regime aktiv war, ist in akuter Lebensgefahr, wenn er nach Syrien zurückkehrt! Die vielen Frauen, die alleine mit ihren Kindern im Libanon leben, haben überhaupt keine Perspektive, wieder in die Heimat zurückzukehren.More → -
Weitere Schicksale.
Uschi Overhage · 04.04.2021Eine syrische Familie, bestehend aus den Eltern und 3 Kindern zwischen 9 und 13 Jahren lebt in einem kleinen Zimmer. Sie kamen 2012 in den Libanon, weil der Grossvater der Mutter vor ihren Augen von Soldaten mit einem Messer getötet wurde. Sie hatten das Gefühl, sie könnten auch jeden Moment ermordet werden, wenn sie in ihrem Haus bleiben würden, so verliessen sie es. Im Libanon war die Situation dann auch sehr schlecht, daher beschlossen sie 2017, nach Syrien zurückzugehen. Sie fanden ihr Haus total ausgeplündert vor. Nur noch ein Geschoss des kleinen zweigeschossigen Hauses war heile, die anderen Mauern waren zerschlagen worden. Denoch beschlossen sie zu bleiben, bis in ihrer Gegend die Situation noch schlimmer wurde.Es gab nur noch 30 Minuten Strom am Tag, und um Brot zu bekommen oder etwas anderes kaufen zu können, musste man sich schon vor 12 Uhr mittags anstellen und bis zu 5 Stunden warten. Es gab keine Gasflaschen für den Kocher und kein Benzin mehr. So beschlossen sie, wieder zu versuchen, in den Libanon zu kommen. Nun leben sie in einem gemieteten Raum und konnten vor dem Lockdown von Zeit zu Zeit beim Hausbau helfen, um Geld zu verdienen, aber seit 2 Monaten gibt es keine Arbeit mehr. Die Familie bekommt noch keine Unterstützung vom UNHCR, weil sie nicht registriert ist. Eine syrische Mutter mit ihren beiden Söhnen: 5 und 6 Jahre alt... Die junge Frau verliess Syrien im Jahr 2013. Sie is eine sehr energische und engagierte Frau, sie wollte in Syrien in einer medizinischen Ambulanz arbeiten, um den Opfern des Krieges helfen zu können, aber ihre Mutter verbot ihr das und zwang sie, nähen zu lernen. In ihrer Gegend in Syrien wurde das Leben zu gefährlich, daher kam sie in den Libanon mit ihrer Familie. Aber weil sie kein Geld hatten, wurde sie verheiratet, damit die Familie des Ehemannes für sie sorgen sollte. Sie musste einen sehr konservativ eingestellten Mann heiraten, der wegen seiner Lage als Flüchtling sehr depressiv war. Vor 2 Jahren verliess er sie und die 2 kleinen Kinder, um nach Syrien zurückzugehen, und bis jetzt hat sie nichts mehr von ihm gehört. Er liess sie ohne jedes Geld zurück und sie musste das meiste des Hausrats verkaufen, um Essen kaufen zu können. Nun lebt sie wieder in der grossen elterlichen Familie und versucht so gut es geht durch kleine Jobs zum Lebensunterhalt beizutragen. Ihr grösster Wunsch ist es, dass ihre Kinder eine gute Schulbildung bekommen können und gute Berufe ergreifen. Beiden Familien konnte mit Heizmaterial, Kleidung für die Kinder und Lebensmittelpaketen geholfen werden - etliche andere Familien erhielten auch Lebensmittelpakete, und ausstehende Mietgelder konnten gezahlt werden, um den Rausschmiss aus den Zimmern oder Notunterkünften zu vermeiden. Es gibt Familien, in denen mindestens ein Familienmitglied an Covid 19 erkrankt ist. Den Familien wird noch zusätzlich stärkendes Essen in die Pakete getan, wie zum Beispiel Fisch und Fleisch in Dosen und, wenn erhältlich, Aspirin. Aspirin ist jedoch in den Apotheken Mangelware. Windeln sind mittlerweile so teuer und damit unerschwinglich für die Familien geworden, dass sie ohne finanzielle Unterstützung ihren Babies Plastiktüten um den Bauch binden. Für Stoffwindeln gibt es nicht genügend Wasch - und in der Enge der Räume - nicht genug Trockenmöglichkeiten.... vor allem, wenn es mehrere Kinder gibt und deren Kleidung jeden Abend so gut es geht durchgewaschen und über dem Ofen getrocknet wird, weil die Kinder nur eine Garnitur Kleidung haben.More → -
Lernen Sie weitere der Familien kennen!
Uschi Overhage · 20.03.2021Eine palästinensische Familie, die aus den Eltern, einer 5-jährigen Tochter und einem 2-jährigen Sohn besteht, lebt in einem kleinen Zimmer. Die Eltern sind schon als Flüchtlinge im Libanon geboren. Die Mutter verlor 2 mal ein Baby im 9. Monat, die Babies wurden tot geboren. Als die Tochter zur Welt kam, erkannten sie, dass das Kind verschieden lange Beine hat. Sie braucht eine spezielle Therapie, um trotz dieses Handicaps bewegungsfähig zu sein. Zudem erkannten die Eltern schon bald nach der Geburt, dass das Mädchen bei Geräuschen keine Reaktion zeigt - ein Arzt sagte ihnen , dass das Kind taub ist. Ein Jahr später gingen sie mit dem Mädchen in eine Kinderklinik, weil sie grosse Schlafprobleme hat und stundenlang mit dem Kopf schaukelt.Der behandelnde Arzt sagte ihnen nach einigen Tests, dass das Kind neurologisch krank ist, einige Nervenleitungen funktionieren nicht und das führt dazu, dass sie kein Gefühl für Müdigkeit hat. Sie braucht eine Operation, um ein wenig hören zu können - damit könnte sie sprechen lernen - und um das neurologische Problem zu verbessern. Die Kosten für die Operation werden von keiner Stelle übernommen - weder UNRWA noch alle NGOs, die sie fragten, würden die Operation finanzieren wollen. Somit müssen die Eltern bislang damit leben, dass sie mit ihrer Tochter nicht verbal kommunizieren können und dass sie unvorhersehbare Verhaltensweisen zeigt. Der Vater findet, weil er Palästinenser ist, höchstens als Tagelöhner Arbeit - und das während der Lockdowns gar nicht - und hat vor Stress grosse Herzprobleme. Die Familie konnte mit einem Lebensmittelpaket für einen Monat versorgt werden, ausserdem konnten Windeln gekauft werden und Obst. Für das Mädchen ausserdem ein Malbuch und Malstifte. Die Mutter berichtete später, das sei das erste Mal, dass ihre Tochter begeistert selbst eine Aktivität ausübte: Sie nahm die Stifte und begann, das Malpapier buntzumalen. Ein palästinensisches junges Paar mit 2 Kleinkindern. Der Mann hat Elektriker gelernt, aber als die Wirtschaftskrise begann, bauten die Leute weniger Häuser und es gab immer weniger Arbeit, sodass er seinen Job verlor. Nunmehr haben sie kein Einkommen und keine Unterstützung und müssen hart kämpfen, um Windeln, Essen und Miete bezahlen zu können. Aber das Hauptproblem sind die Papiere. Der Mann kommt ursprünglich aus Gaza, seine Grosseltern verliessen diese Gegend 1967 und zogen mit einer grossen Gruppe Palästinenser in den Libanon. Bis heute haben die meisten von ihnen keine Papiere, sie gelten als staatenlos. Damit ist es fast unmöglich, eine Arbeitserlaubnis für einen gut bezahlten Job zu bekommen. Auch die Kinder haben keinerlei offizielle Papiere. Damit können sie viele Arbeitsstellen nicht bekommen, dürfen keine eigenen Geschäfte aufmachen, dürfen das Land nicht verlassen... Eine Generation ohne Hoffnung. Neben einem Lebensmittelpaket für die Familie konnte Obst und Gemüse für die Kinder gekauft werden, sowie Windeln.More → -
Geschichten von Flüchtlingsfamilien
Uschi Overhage · 07.03.2021(Beispiele unterstützter Familien, auf deutsch und englisch) Eine syrische Frau lebt mit ihren 3 Söhnen und der Tochter in einem winzigen Raum Sie ist etwa 40 Jahre alt, die hat viele gesundheitliche Probleme und kann nicht arbeiten. Gerade hatte sie eine Operation an einem Bein - daher kann sie nicht laufen.Eigentlich waren sie sieben Personen, aber der Krieg raubte zwei: der Vater verschwand eines Tages in den Kriegswirren und sie haben nie erfahren, was geschah..... Einer der Söhne wurde 19jährig getötet. Die Mutter floh mit den anderen Kindern in den Libanon, damit sie überleben konnten. Die Mutter erzählt mit Tränen in den Augen, dass sie keine andere Wahl sah zum überleben, als dass die Söhne in diesem Winter von der Schule nahm, damit sie arbeiten und einige Pfund zusätzlich verdienen können. Zwei der Söhne sind Zwillinge, sie arbeiten im gleichen Geschäft, aber der Besitzer behandelt sie nicht gut. Sie berichtet: "Eines Tages kam ich in den Laden und sah meine 10jährigen Söhne, wie sie schwere Gasflaschen schleppen mussten und das auch noch treppaufwärts.....Ich sah, wie sie kaum mehr Kraft hatten. Danach mussten sie Müll zusammensuchen und zu einem weit entfernten Platz bringen. An dem Tag beschloss ich ,dass sie sobald wie möglich - nach dem Lockdown - aufhören sollen zu arbeiten. Wir müssen dann versuchen mit dem Geld vom UNHCR zu leben, aber es reicht nicht für alles, was wir benötigen: Essen, Medikamente und Miete..." Der Familie konnte mit einem Lebensmittelpaket mit einer Monatsration an Grundnahrungsmitteln geholfen werden, ausserdem wurden 2 Decken gekauft, Medikamente für die Mutter, und offene Rechnungen beim Lebensmittelhändler wurden beglichen. Eine palästinensische Familie lebt in einem gemieteten Raum. Vor der Wirtschaftskrise kamen sie "über die Runden", aber dann verloren sie ihre Arbeit, bekamen aber von keiner Organisation Unterstützung. Die Frau berichtet, wie sie jetzt überleben. Sie sagt: "Ich möchte niemanden um Hilfe anbetteln, so haben wir alles verkauft, wofür wir Geld bekommen konnten: Ich verkaufte die Betten, Küchengerät und viele andere Dinge. So kann man sehen, dass unser Raum fast leer ist. Aber das ist der einzige Weg um zu überleben. Seit 8 Monaten konnten wie die Miete nicht zahlen. Wir wissen nicht, wie es weitergehen kann, denn wir haben nichts mehr zu verkaufen." Die Familie konnte mit einem Lebensmittelpaket für einen Monat versorgt werden , ausserdem konnte ein Teil der Mietschulden bezahlt werden und Heizöl gekauft. Ein weiteres Beispiel ist eine syrische Familie: eine Mutter mit ihren 4 Kindern. Das jüngste Kind ist 9 Jahre alt und das älteste 14: ein Mädchen und 3 Jungs. Ihr Zuhause ist ein einziger Raum ohne Ofen, ausgestattet mit 2 Matrazen und einigen Decken. Es gibt eine winzige Kochecke und ein winziges Bad. Sie kamen im Krieg in den Libanon, weil der Vater Krebs hatte und die Krankenhäuser umkämpft waren. Er sollte hier eine Behandlung machen, aber er starb kurz nach der Ankunft. Die Mutter konnte hin und wieder in Häusern putzen gehen, aber sie musste immer wieder aufhören, weil ihr Körper streikte. Die Familie konnte seit 5 Monaten keine Miete mehr bezahlen. Die Mutter sagt: "Der Vermieter kennt unsere Situation. Wir können es uns nicht einmal leisten, einen Heizofen zu kaufen, so verbringen wir die meiste Zeit des Tages unter den Decken. Mein ältester Sohn hat ein Problem mit einem Bein, er kann nicht richtig laufen, aber wir haben kein Geld für die Medikamente. Nur dieser Sohn besucht eine Schule - er ist sehr klug - aber ich habe kein Geld, um die anderen zur Schule zu schicken, weil sie mit dem Bus fahren müssten und Stifte und Hefte brauchen, und das Geld habe ich nicht." Der Familie wurde ein Heizofen gekauft und ein Lebensmittelpaket für einen Monat. A Syrian woman is living with 3 sons and a daughter in a very small room. She is 40 years old and suffers from several health problems - she cannot work. Just now she had a surgery at one leg, therefore she cannot walk. Originally they have been 7 persons, but during the Syrian war her husband dissappeared and nobody ever knew what happened to him. Also, one of the sons was killed in the war at the age of 19. The mom went to Lebanon with the other kids to survive. She tells us with tears in her eyes, that she has no other choice to survive than to force her kids to work - they had to stop going to school this winter. Two of the sons are twins, they are working very hard in a shop near by, carrying heavy things and bringing garbage to a place far away at the age of 10 years. One day she saw that they were nearly not able to do the hard work and decided that after lockdown they should go to school again. But: "then we have to survive with the money from UNHCR and it is not enough to pay for rent, food and medical treatment... The family received a package with staple foods for a month. In addition, two blankets and medicine for the mother were bought, and old bills at the grocery shop were paid for. One Syrian family lives in a very little room underground, only with one small window. The mom had breast cancer, but now metastases are also in the bones.. She needs a lot of medication and treatment, but UNHCR does not pay for it. Also she suffers from asthma, and the damp room makes it worse. They have a lot of problems, but the heaviest is for them, that they had two of the daughters to be married at the age of 14 years. The mom says: "We dreamt about giving them a good school education to fulfill their dreams, but we were not able to feed them all, so we were forced to organise that another family, the family of the husbands, will look for them..." Another Syrian family: Mom, mother in law and 8 children are living all together in one room. The father commited suicide 3 months ago by burning himself. The mom and the children tell about him, how desparated he was, trying to get food enough for the big family and being not able to do it, as he didn`t find a job, and how terrible it was to hear him crying while he was burning and they could not help him any more....he died at the same place. The eldest daughters tell about their dreams: " I want to be a doctor to help people" - "I want to be business woman to earn enough money to support poor people" - "I want to be an engineer to fulful my dads dreams."More →
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