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So darf niemand alt werden müssen
Uschi Overhage · 01.12.2022Gestern besuchten wir ein altes syrisches Ehepaar, dem von 2 Monaten die finanzielle Unterstützung durch das UNHCR entzogen wurde. Dies wurde nur per SMS mitgeteilt, eine Begründung gab es nicht. Die Informationen, die Wael und Amani zu dem Thema haben, sind, dass die finanziellen Mittel des UNHCR durch den Ukrainekrieg und verminderte Mittel der Geberländer stark zurückgegangen sind (dennoch werden den Mitarbeitern des UNHCR unmäßig hohe Gehälter gezahlt und der Bürokratenstab ist sehr aufgebläht). Also wurden viele Familien mit bereits erwachsenen Kindern oder ohne Kinder oder Einzelpersonen, egal ob jung oder alt, ob gesund oder krank oder mit Handicap, aus dem Bezugskreis "rausgeworfen"....das alte Ehepaar gehört dazu, obwohl sie nur einen Sohn haben, der als Tagelöhner mit MÜhe seine eigene Familie versorgt. Er bezahlt die Miete für die Wellblechhütte: ein Raum mit einem winzigen Fenster und eine kleine Kochecke und draußen ein Klo. Wasser muss von der Pumpe geholt werden. Die Hütte ist möbliert mit 2 Matratzen auf dem Boden, ein paar Decken und ein paar Kleidungsstücke an Haken, ein paar Kochutensilien und ein uralter, kaputter Röhrenfernseher, der schon lange nicht mehr funktioniert. Der alte Mann ist aufgrund einer Atemwegserkrankung bettlägrig und sehr schwerhörig. Batterien für sein Hörgerät konnten schon jahrelang nicht gekauft werden Sehr oft fällt der Strom aus, dann sitzt oder liegt das alte Paar ohne Abwechselung auf den Matrazen. Die Hütte wird wegen der dünnen Wände nicht richtig warm. Ich habe den ganzen Tag versucht, mir vorzustellen, wie man in der feuchten Kälte, ohne eine Ablenkung , ohne eine Hoffnung auf Veränderung, ohne ausreichendes Essen leben kann. Es kann mir nicht so ganz gelingen...... Wir konnten Heizmaterial und Lebensmittel dalassen und auch schonmal für einige Zeit den Strom bezahlen (wenn es dann welchen gibt.....) Morgen versuchen wir, Hörgerätebatterien zu kriegen. Ich habe zwar etliche aus Deutschland mitgebracht, aber die passen leider nicht.....More → -
Doch nochmal ein Bericht aus dem Beekatal
Uschi Overhage · 19.11.2022Ich bin zur Zeit wieder im Libanon, um bei der Dezemberverteilung von Lebensmittelpaketen dabei zu sein und die Winterkampagne vorzubereiten. . Wir wollen demnächst wieder soviel Heizmaterial wie möglich für 1000 Dollar kaufen, welches dann in den kalten Monaten Januar und Februar, wenn es frieren und schneien wird, das Heizbenzin und das Holz portionsweise an Familien oder Alleinlebende, die besonders auf Wärme angewiesen sind, abgegeben wird. Da ist zum Beispiel ein palästinensisches Schwesternpaar, beide in den Sechszigern, die beide wegen einer Erberkrankung an den Rollstuhl gebunden sind und von einer minimalen Finanzunterstützung des UNRWA leben, mit der sie nicht das Heizmaterial bezahlen können. Oder eine junge Frau mit 4 Kindern, deren Mann, um Geld zu verdienen, in die Türkei gereist ist und nun dort wegen illegaler Einwanderung inhaftiert wurde...... Die Liste ist lang..... Im Moment sind die Temperaturen noch moderat..... Was immer wieder ins Auge fällt: abseits der Zelt-Flüchtlingscamps bei den palästinensischen oder libanesischen Familien fällt die akuelle Not kaum auf. Sie haben früher oft einmal besser bezahlte Jobs gehabt und leben daher in gut ausgestatteten Wohnungen, müssen aber nun oft mit einem Monatslohn von maximal 159 Dollar klarkommen, was bedeutet, dass das Geld nicht mehr für ausreichend Essen reicht. 1 kg Fleisch kostet zur Zeit etwa 10 Dollar - man kann sich ausrechnen, wie lange jemand arbeiten muss, um es kaufen zu können. Und wenn man sich entschliesst, seinen Hausrat zu verkaufen, um Essen zu kaufen, stellt man fest, dass es kaum jemanden gibt, der die Mittel hat, etwas zu kaufen. Das ist dann die verborgene Armut dieser beiden Bevölkerungsgruppen. Bei den syrischen Geflüchteten, die oft in Zelten leben oder Wellblechhütten, ist die >Not offensichtlicher, weil allein die Unterkünfte nicht ausreichend gegen Wind und Wetter in dieser rauhen Gegend schützen.More → -
Resumee.........
Uschi Overhage · 13.10.2022Leider sind in den letzten Monaten keine Spenden mehr für Haddak über betterplace.me eingegangen - und gäbe es nicht einige tapfere Dauerspender/innen, dann müsste ich das Projekt nun "einstampfen".....Allenthalben nehmen die Spenden ab, weil die Lebenshaltungskosten hier im Land immer höher werden und jeder auf sein Budget achten muss.. Auch ist viel Spendenbereitschaft den Flüchtenden aus der Ukraine zugute gekommen.. Ich werde im November/ Dezember wieder in den Libanon fliegen und auch versuchen, nach Syrien zu reisen, um mir Eindrücke zu verschaffen und weiter hier im Land mit Fotos versuchen, publik zu machen, dass die Lebensbedingungen dort für die Geflüchteten im Libanon und die Binnenflüchtlinge in Syrien bedrohlich schlecht sind - der Winter steht vor der Tür und Heizmaterial ist kaum zu bekommen und kaum bezahlbar. In Syrien gibt es relativ viele Cholerafälle, auch die Ersten im Libanon. Es droht wieder, dass Menschen im Winter verhungern......Die kosten für diese Reisen trage ich natürlich selbst. Glücklicherweise sind durch Veranstaltungen und Fotos zeigen noch einige Bargeldspenden gekommen, sodass ich einiges an Hilfagütern mitnehmen kann ins Beekatal und nach Syrien..... Wer weiterhin über das Projekt "Haddak" informiert werden möchte oder irgendwelche Fragen hat, kann mich gerne kontaktieren: [email protected] oder Telefon 015735108760 Die Neuigkeiten hier auf "betterplace.me" werde ich nun mangels Resonanz einstellen. Liebe Grüsse an alle, die diese Neuigkeiten bekommen von UschiMore → -
Syrien - sicheres Land
Uschi Overhage · 29.08.2022Für alle, die nach dem Lesen der Anzeige in der Monatszeitschrift "Una" auf "Haddak" aufmerksam geworden sind: Aktuell bemühe ich mich um ein Visum für Syrien. Ich habe eine Einladung von einem jungen Syrer, den ich vor 2 Jahren im Beekatal kennengelernt habe, der sein Studium der Psychologie in Beirut beendet hat und der sich vom Militärdienst hat freikaufen können. Dies muss ich sicher erklären: Wenn man während des Krieges aus dem Land flüchtete, weil man nicht als Soldat zwangsrekrutiert werden wollte, galt als Staatsfeind und auch die Familie in Syrien war in Gefahr. Dann ersann sich das Regime folgendes: wer mehrere Tausend Dollar zahlen kann, kann sich quasi vom Militärdienst freikaufen. Dies ist dem jungen Syrer durch einen gutbezahlten Job bei der Welthungerhilfe (jaaaaa, auch da sind die Gehälter astronomisch.....) gelungen und er ist wieder nach Syrien zurückgekehrt, um im Südwesten des Landes ein Hilfsprojekt ähnlich wie Haddak aufzubauen. Es gibt dort keine NGO, die nicht vom UNHCR Registrierte unterstützt. Die meisten NGOs sind im Nordosten angesiedelt. In der Gegend zwischen Damaskus und dem Beekatal lebte immer schon die bäurische Bevölkerung - es war nicht genug Geld da und auch nicht die Zöhigkeit, , in die Türkei zu fliehen und von da aus den Weg nach Europa zu suchen,, daher wanderten viele vom Krieg ins Unglück Gestürzte zu Fuss über das Gebirge in den Libanon, ins Beekatal. Um von dieser Gegend in die Türkei zu fliehen.....bedeutete einen grossen Teil von Syrien während der Kriegswirren zu durchqueren.....oft Frauen mit ihren Kindern ohne Mann und Vater, der im Krieg verstorben war oder vermisst wurde. Oder es waren Familien mit alten Menschen oder >Menschen mit einem Handicap. Und immer noch ist das Leben in jener Region unglaublich schwer. Die Gegend galt immer schon als ein Bereich der Assad-Gegner. Ganz klar, dass die Gegend beim Wiederaufbau nicht mit finanziellen Hilfen bedacht wurde. Und viele staatliche Hilfe gehen nach Damaskus - und bleiben da......# In der armen Gegend zwischen Damaskus und dem Beeka-Gebirge gibt es immer noch zerstprte Infrastruktur, verminte Äcker, viele Frauen, die sich mit ihren Kindern alleine durchs Leben schlagen müssen....Und wir wollen herausfinden, wie man dort am ehesten unterstützen kann, damit diese Binnenflüchtlinge wieder eine Existenz aufbauen können. Ich werde soviel Bargeld mitnehmen, wie es möglich ist, um vor Ort bereits Familien beim Wiederaufbau der Existenz zu unterstützen und in regelmässigen Berichten davon berichten.More → -
Wie es weitergeht
Uschi Overhage · 21.08.2022Leider ist seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine das Spendenaufkommen - wie bei vielen Projekten - total zurückgegangen. Die aktuelle Situation lässt es auch für viele Menschen vorrangig wichtig sein, sich auf Veränderungen in unserem Leben hier einzustellen und das fordert bei vielen Menschen alle Kraft, die sie haben. Dennoch soll es bei Haddak weitergehen.......im Herbst werde ich mich wieder auf den Weg machen in den Libanon....dieses Mal mit einer Filmkamera, um zu dokumentieren, welche existentiellen Nöte vor allem bei den syrischen und palästinensischen Familien, aber auch bei den libanesischen Familien durch die Engpässe in der Versorgung mit Getreide, dass bislang vor allem aus der Ukraine bezogen wurde, entstehen. Viele Familien sind gezwungen, jeden 2. Tag auf alle Mahlzeiten zu verzichten. Durch die gestiegenen Lebensmittelpreise sind viele Familien gezwungen, ihre Kinder aus den Schulen zu nehmen, weil sie die Kosten für den Schulbustransport (der an den meisten Orten nötig ist), Schulbücher etc. nicht mehr tragen können. Auch die Zahl der arrangierten Ehen nimmt zu. Viele syrische Mädchen werden frühzeitig verheiratet, um versorgt zu sein.....auf der einen Seite......aber auch, weil die Familien froh sind, wenn "ein Esser weniger" zu versorgen ist...... Dieses Jahr werden wir versuchen, unser Projekt: sehr bedürftige Familien durch der Erwerb eines Verkaufskarrens in die Lage zu versetzen, selbst ein Einkommen zu erzielen, zu realisieren.More → -
Wie kann es weitergehen?
Uschi Overhage · 02.07.2022,Ein Mann in den Vierzigern lebt alleine in einem fast leeren Raum. Er kam im Jahr 2014 von Syrien in den Libanon, weil er in Lebensgefahr war. Seine Familie blieb in Syrien, aber er musste fliehen, weil sein Name als Regimegegner auf einer Todesliste stand und ihm dies mitgeteilt wurde. Er berichtet: " Als ich in den Libanon kam, habe ich angefangen, auf dem Bau zu arbeiten.. Ich habe jedoch schwere Probleme mit den Knien und kann nicht lange stehen, daher wurde ich so eine Art Anleiter für neue Mitarbeiter, die nie zuvor auf dem Bau gearbeitet hatten. Alles war in Ordnung zunächst,, aber durch die Wirtschaftskrise verlor ich meinen Job und fand keinen neuen. Seit 2 Jahren suche ich eine neue Arbeit. Ich frage überall herum, ich frage nach Teppichen, die ich waschen kann - aber wer hat schon das Geld dafür..... Weil ich alleine lebe, wurde meine Bitte um Unterstützung vom UNHCR abgelehnt und auch die NGOs berücksichtigen mich nicht, weil ich keine Familie habe....Aber ich muss doch auch irgendwie leben können......Ich lebe von einem Tag auf den anderen - mal habe ich etwas zu essen, mal nicht. Ich kann nicht zurück nach Syrien, denn die alte Regierung ist noch da und ich würde sofort als Regimefeind verhaftet werden. Ich kann meine Familie nicht herkommen lassen, denn wovon sollen wir leben? Meine Lage ist verzweifel" Das ist das Schreckliche am Schicksal als Geflüchteter aus Syrien : solange das alte Regime an der Macht ist, ist eine Rückkehr kaum vorstellbar - aber in der Fremde ist das Überleben ein Wagnis von einem Tag auf den anderen..More → -
Eine Geschichte aus dem Flüchtlingscamp
Uschi Overhage · 25.05.2022Eine Familie berichtet: Eltern und 2 Kinder (das ältere ist 7 Jahre alt, das jüngere 5 Jahre) leben in einem Zelt. Die Mutter berichtet die Geschichte: Sogar in der ersten Zeit des Krieges blieben wir in Syrien - wir wussten, wenn wir fliehen, wird unser Leben unsicher und härter......In unserer Stadt war der Krieg schrecklich! Aber es wurde immer schlimmer: es wurden chemische Waffen abgeworfen.....wir waren nie sehr politisch , wir mussten täglich zusehen, dass wir überleben..... Als die chemischen Waffen eingesetzt wurden, waren wir die meiste Zeit mit vielen anderen Menschen in einem unterirdischen Raum.......aber irgendwann mussten wir diesen Raum verlassen, um wieder Luft zu atmen, und dann wurde auf uns geschossen....sobald wir den unterirdischen Raum verliessen. So mussten wir wieder in den Keller flüchten - viele starben, weil sie die chemischen Stoffe eingeatmet haben. Aber ich erinnere mich an einen Mann, der tot schien, weil er die Giftstoffe eingeatmet hat. Viele Stunden lang rührte er sich nicht mehr und die anderen Menschen um ihn herum begannen, seine Beerdigung vorzubereiten - und auf einmal zeigte er wieder Lebenszeichen...... Auch viele Kinder starben wegen der Chemiewaffen - sie wurden, wenn sie bewusstlos waren, oft schnell ins Krankenhaus gebracht, aber manchmal fand man die Eltern nicht und konnte sie nicht benachrichtigen.... Es war das Allerschlimmste, was ich jemals erlebt habe.... Daher verliessen wir dann doch unsere Heimat und flohen in den Libanon. Mein Mann leidet an einer seltenen Krankheit.....Die Erkrankten erreichen manchmal nicht das 30igste Lebensjahr -sie werden ganz schwach und sind nicht mehr in der Lage, zu arbeiten. Sie können keine Dinge mehr tragen.......und wenn sie älter werden, können sie sich kaum mehr bewegen.... Nun ist er 35 Jahre alt, geht an Krücken und kann nicht mehr arbeiten.. Bislang habe ich in Häusern saubergemacht, um Geld zu verdienen, aber nun kann mein Mann nicht mehr auf die Kinder aufpassen, weil er zu schwach ist und ich muss zuhause bleiben.. Ich habe einen kleinen Laden versucht, aufzumachen, aber ich habe nicht genug Geld, um Ware zu kaufen. Manchmal bekomme ich vom UNHCR etwas Geld, aber es reicht gerade mal für die Miete und ein bischen Essen, nicht für Medikamente und dafür, den kleinen Laden vor unserem Zelt weiterzuführen....... Der Familie wird mit einem Lebensmittelpaket weitergeholfen und ausserdem werden Waren für den kleinen Laden gekauft, damit die Familie perspektivisch in der Lage ist, damit Geld zu verdienen und weil der Ehemann den Laden betreiben kann, weil er dabei sitzen kann. So kann er ein kleines Einkommen erzielen.More → -
Kinderehen
Uschi Overhage · 25.04.2022Leider sind Kinderehen unter den syrischen Geflüchteten im Libanon und auch in Syrien und Afghanistan sehr verbreitet. Es nützt aber nichts, in Kampagnen gegen die Kinderehen zu wettern, sondern es ist wichtig, nachzugucken, wo die Ursachen liegen. Während der Interviews im Libanon habe ich nicht eine Mutter getroffen, die nicht gelitten hat bei der Entscheidung und gesagt hat, dass sie alles dafür getan hätte, ihrer Tochter das Schicksal zu ersparen, aber leider führt die fehlende Unterstützung, die Armut dazu, zuzusehen, dass die Töchter auf irgendeine Art und Weise versorgt wären. Unglücklicherweise führt auch mehr Schulbildung für die Mädchen im Libanon nicht dazu, die Zahl der Kinderehen zu reduzieren, denn zum einen vermindert sie nicht sofort die Armut in der Familie und zum anderen gibt es auch für gut ausgebildeter Frauen zur Zeit kaum Arbeitsplätze! Das ist ein ganz grosses Dilema! Ich habe auch junge Mütter getroffen, bei deren Anblick ich dachte: Oh nein, diese jungen Mädchen sollten vielleicht eher mit Freundinnen zusammen kichern und Spass haben anstatt in einer düsteren Unterkunft zu sitzen und bereits ein oder zwei Kleinkinder zu versorgen zu haben. Wir können durch Haddak nicht viel tun, aber wir können immer weiter die Situation im Libanon bekannt machen und damit vor Augen führen, dass diese Geflüchteten nicht vergessen werden dürfen und dass wir ja nicht immer nur unsere europäischen Masstäbe ansetzen dürfen! Nebenbei versorgen wir weiterhin jeden Monat bedürftige Familien mit Lebensmitteln und kaufen Medikamtente oder bezahlen ausstehende Strom- und Mietrechnungen...... Vielen Dank für alle bisherigen Spenden!More →
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